1. Quartals-Lese vom 24. Mai 2012

Vorgestellte / besprochene Bücher

 

1. Vorschlag

 

von Frau Barbara Dettmer

 

 

         Der Hals der Giraffe

 

 von: Judith Schalansky

 

 

 

Inhalt:

 

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern – in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Nach dem gefeierten Atlas der abgelegenen Inseln schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Naturgesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule.

 

 

Zur Autorin:

 

Judith Schalansky, geboren 1980 in Greifswald, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign, unterrichtete Typografische Grundlagen an der Fachhochschule Potsdam und lebt heute als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr literarisches Debüt war der Matrosenroman Blau steht dir nicht (2008). Für ihren Atlas der abgelegenen Inseln (2009) wurde sie mit dem 1. Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.

 

Judith Schalansky erhält Hölderlin-Förderpreis

Judith Schalansky erhält den mit 7.500 Euro dortierten »Förderpreis zum Friedrich-Hölderlin-Preis« 2012 für ihren Roman Der Hals der Giraffe. Der Preis wird von der Stadt Bad Homburg vor der Höhe (Stiftung Cläre Jannsen) verliehen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: In Der Hals der Giraffe erweist »sich die Erzählerin als Kartografin einer Weltgegend im Windschatten der Wiedervereinigung und als prägnante Porträtistin ihrer so fesselnden wie verstörenden Hauptfigur, der Biologielehrerin Inge Lohmark. ›Bildungsroman‹ nennt die Autorin ihr Buch. Die Entwicklungshoffnung dieses klassischen Genres mündet bei ihr ins Endspiel einer untergehenden Lebensform. Stil und Atmosphäre des Buches sind stupend. Diese Autorin ist ein Versprechen für die Literatur der Gegenwart.«

Die Preisverleihung findet am 3.Juni 2012 im Kurtheater Bad Homburg vor der Höhe statt.

 

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2. Vorschlag

 

von Herrn Klaus Weeber

 

 

         Der Untergang

 

der islamischen Welt

 

 

 von: Hamed Abdel-Samad

 

 

 

 

Inhalt:

 

Aus der Misere der islamischen Staaten erwächst eine globale Gefahr. Eine innovationsfeindliche Kultur, eine rapide wachsende, dabei arme und unterdrückte Bevölkerung, zur Neige gehende Erdölvorkommen und klimatische Probleme ergeben ein explosives Gemisch. Der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad zeichnet ein düsteres Bild vom Zustand und der Zukunft der islamischen Kultur und wagt eine scharfe, zwingende Prognose für deren Zukunft: Die islamischen Staaten werden zerfallen, der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen

 

 

Zum Autor:

 

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Seine Autobiographie „Mein Abschied vom Himmel“ sorgte für Aufsehen (Knaur Taschenbuch 2010): »Was er von seinen Landsleuten erwartet, hat er selbst vorgemacht: Aufklärung durch Tabubruch.« ZDF-Aspekte

 

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